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Durchfall während der Reise

Durchfall während einer Reise tritt oft bereits in den ersten Tagen des Urlaubs auf und kann ihn schnell zunichte machen. Der Reisedurchfall (Reisediarrhoe) ist die häufigste gesundheitliche Störung von Menschen, die sich in tropische oder subtropische Regionen mit einem niedrigen Hygienestandard begeben, beispielsweise Thailand, Mexiko, Ägypten oder Entwicklungsgebiete wie Afrika, Asien und Lateinamerikas. Etwas geringer ist das Risiko bei einem Urlaub in Südeuropa und der Karibik.

Wie entsteht der Durchfall während einer Reise?

Das Immunsystem der Europäer ist an die gute vorherrschende Hygiene gewöhnt und kann daher mit den Keimen, die in den Entwicklungsländern das Wasser und die Speisen belasten, nicht umgehen. Daher sind wir, wenn wir unsere saubere Umgebung verlassen, im Gegensatz zu den Einheimischen anfälliger auf Durchfall. Obwohl dieser meist nicht gefährlich ist, kann er sehr unangenehm werden und den Urlaubsspaß verderben. Der Reisedurchfall geht häufig mit Blähungen, Erbrechen und zum Teil auch Fieber einher.

Die Ursachen des Reisedurchfalls

Die Ursachen sind breit gefächert. Meist wurde der Magen-Darm-Trakt von unterschiedlichen Erregern befallen, beispielsweise Viren, Bakterien, aber ebenso Würmer und Parasiten. Sehr häufig sind für den Durchfall Salmonellen, Kolibakterien oder der Noro-Virus verantwortlich. Die Krankheitserreger können zum Beispiel über das verseuchte Trinkwasser in den Körper gelangen und die Beschwerden auslösen. Die Erreger befinden sich in vielen Ländern in ungekochtem Gemüse, ungeschältem Obst und Fleisch. Erreichen die Erreger den Magen-Darm-Trakt, können sie eine Infektion verursachen, aufgrund derer schließlich der Reisedurchfall entsteht. Des Weiteren kann die Erkrankung auch durch die ungewohnte Nahrung, einen Klimawechsel, eine Zeitumstellung oder Stress ausgelöst werden.

Die Symptome richtig deuten

Ein unkomplizierter Reisedurchfall ist breiig bis wässrig. Hier sind am Tag drei bis fünf Stuhlgänge typisch. Weitere mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Dies hält in der Regel drei bis fünf Tage an und klingt anschließend von selber wieder ab. Beim Durchfall eines Babys oder Kleinkindes sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn ein starker Durchfall, Fieber, Blut und Schleim im Stuhl auftritt und die Beschwerden nicht abklingen, denn dies kann auf eine ernste Ursache hinweisen. In einigen Ländern können auch Tropenkrankheiten zu einem heftigen Durchfall führen, beispielsweise Malaria und Cholera. Auch hier ist unbedingt ein Arzt erforderlich. Auch bei Beschwerden, die einige Wochen nach einer Fernreise auftreten, sollten Sie eine Tropenkrankheit in Betracht ziehen und zu einem Arzt gehen.

Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig

Die rechtzeitige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist die wichtigste Maßnahme, da der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch den Durchfall zur Austrocknung führen kann. Daraus resultieren ein Abfall des Blutdrucks, eine Kreislaufschwäche bis hin zum lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch. Durch ein zusätzliches Fieber sowie hohe Außentemperaturen kann der Flüssigkeitsverlust noch weiter ansteigen, wodurch Herz-Kreislauf-Belastungen möglich sind. In dieser Krankheitsphase sollten Sie drei bis vier Liter täglich trinken. Auch ratsam, ist es, in dieser Zeit auf Ihren Urin zu achten. Ist er hell, weist dies darauf hin, dass die Flüssigkeitszufuhr ausreichend ist. Bei einem Mangel ist der Urin intensiv gelb gefärbt. Empfehlenswert sind mehrmals kleine Flüssigkeitsmengen, damit sie nicht sofort wieder erbrochen werden. Elektrolythaltige Lösungen geben Ihrem Körper die Mineralsalze zurück, die er verloren hat.

Elektrolyt-Lösung selber herstellen:

Ein Liter abgekochtes Wasser wird mit fünf Esslöffeln Zucker, zwei Esslöffeln Salz und einem Glas Orangensaft vermischt. Bei Kindern, die jünger als zwei Jahre sind, sollten lediglich Präparate aus der Apotheke eingesetzt werden, da diese einen optimalen Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich ermöglichen. Säuglinge und Kleinkinder können im Vergleich zu Erwachsenen einen Flüssigkeitsmangel viel schlechter ausgleichen. Wässrige Durchfälle können für sie lebensbedrohlich werden. Neben der Elektrolyt-Lösung sind salzhaltiges Gebäck und Bananen ebenfalls empfehlenswert. Fettige schwere Speisen können den Durchfall verschlimmern. Daher sollten Sie auf leicht verdauliche Nahrungsmittel und auf eine bekömmliche Diät achten, beispielsweise dünne Brühen, Salzstangen, Zwieback und geriebene Äpfel. Ab dem dritten Tag können Sie auch Reis oder Kartoffeln essen und ab dem vierten Tag wieder langsam zur normalen Kost übergehen.

Durchfall während der Reise vorbeugen

* Rohe Speisen vermeiden: Vor allem in rohen Lebensmitteln befinden sich in fernen Ländern oftmals Erreger, die Durchfälle verursachen können. Daher sollten Sie die Lebensmittel nur in gekochter Form essen und zudem auf rohes Gemüse oder Salate verzichten. Rohes Fleisch und roher Fisch sollte im Urlaub ebenfalls gemieden werden. Das Gleiche gilt für Saucen, Dips, Eis und Desserts, in denen rohe Eier enthalten sein könnten.

* Obst waschen und schälen: Obst ist eine weitere Infektionsquelle für Bakterien und Viren. Daher sollten Sie jegliches Obst vor dem Verzehr waschen und abschälen.

* Leitungswasser und Eiswürfel meiden: In Deutschland kann das Wasser bedenkenlos aus der Leitung getrunken werden. In verschiedenen Regionen wie Afrika, Asien, Mittel- oder Südamerika hingegen sollten Sie eher vorsichtig sein, um eine Infektion zu vermeiden. Trinken Sie lieber nur abgefülltes Wasser und verzichten Sie auf Eiswürfel im Cocktail. Auch zum Zähneputzen ist das Wasser aus der Flasche empfehlenswert.

* Gründliche Handhygiene: Das Händewaschen dürfen Sie keinesfalls vergessen, da eine Ansteckung mit den Erregern, welche den Durchfall verursachen, auch über infizierte Oberflächen erfolgen kann. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie sich regelmäßig, gründlich und ausreichend lange die Hände waschen, was natürlich nicht nur für den Urlaub gilt. Benutzen Sie hierfür warmes Wasser und Seife.

* Impfungen: Gegen viele Erreger von Durchfallerkrankungen steht eine Impfung zur Verfügung, beispielsweise gegen Cholera. Bei manchen Menschen kann dies sinnvoll sein, zum Beispiel für Personen mit einem geschwächten Immunsystem, einer fehlenden Magensäurebarriere oder wenn schwere Verläufe drohen, was unter anderem bei chronischen Darmerkrankungen der Fall sein kann.

Fazit

Dies waren die Informationen rund um den Reisedurchfall, wie er entstehen kann und welche Symptome sich dabei zeigen. Da die Urlaubsfreude dadurch erheblich verringert wird, ist es sehr wichtig, die Vorbeugemaßnahmen zu beherzigen. Generell sollte, wenn die Beschwerden stark sind oder nicht abklingen, ein Arzt aufgesucht werden. Bei kleinen Kindern sollte dies stets geschehen.

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