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Risikogruppen

Millionen von Deutsche verreisen jedes Jahr. Neben Urlaub im eigenen Land sind auch Reisen in ferne Länder und zu exotischen Traumstränden sehr populär. Die meisten Menschen freuen sich sehr auf ihre Ferien und sind sich dessen gar nicht bewusst, dass so eine Reise für ihren Körper auch eine große Belastung darstellt, mit der er erst einmal fertig werden muss. Bestimmte Reisende sind besonders anfällig und werden als Risikogruppen bezeichnet.

Wer gehört zu den Risikogruppen und warum?

Zu den Risikogruppen werden alle Reisenden gezählt, die aus den verschiedensten Gründen besonders anfällig für gesundheitliche Beschwerden sind. Dazu zählen vor allem 4 Hauptgruppen von Menschen.
– Kinder
– Senioren
– Schwangere
– chronisch Kranke
Für alle Reisende, die zu einer bestimmten Risikogruppe gehören, gelten besondere Maßnahmen, damit sie den Urlaub ungestört genießen können, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Kinder:
Zu dieser Gruppe gehören in der Regel Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Alter von ungefähr 3 – 4 Jahren. Die kleinen Reisenden sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht so entwickelt ist wie bei Erwachsenen und sie deswegen anfälliger für Infektionskrankheiten sind. Dazu kommt noch, dass Kinder in diesem Alter viele Gegenstände in ihren Mund stecken, ein Umstand, der in Ländern mit tropischem Klima schlimme Folgen haben kann. Kinder haben außerdem relativ betrachtet eine kleinere Körperoberfläche und kühlen deswegen schneller aus oder überhitzen leichter als Erwachsene. Die Eltern sollten deswegen auf angemessene Kleidung, je nach Klima ausreichend warm oder leicht und luftig und Sonnenschutz für die empfindliche Haut achten. Eine Kopfbedeckung ist unverzichtbar, weil das Haar in diesem Alter noch dünn ist und das Gehirn sehr empfindlich auf Hitze reagiert. Kinder sollten ausreichend trinken, um die natürliche Temperaturregelung des Körpers durch Schwitzen zu unterstützen. Allerdings sind Softdrinks und süße Getränke wie Eistee ungeeignet, da sie nur noch mehr Durst machen. Bei Säuglingen müssen Sie beachten, dass es für viele Reiseimpfungen ein Mindestalter gibt, ab dem sie verabreicht werden können. Ärzte empfehlen, grundsätzlich mit Säuglingen und Kleinkindern nicht in Malariagebiete zu reisen.

Senioren:
Ab einem Lebensalter von 60 Jahren gehen im Körper Veränderungen vor sich. Ältere Menschen benötigen beispielsweise längere Zeit, um sich zu akklimatisieren. Auch das Gefühl für Hitze oder Kälte lässt langsam nach. Senioren schwitzen nicht mehr so stark und ihr Körper kann sich deswegen unter Umständen unbemerkt überhitzen. Um solche Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich, viel zu trinken. Als Faustregel empfehlen Ärzte ungefähr 2 Liter pro Tag, am besten Mineralwasser oder schwach bzw, ungesüßten Tee. Bei körperlichen Aktivitäten sollten sie sich nicht so verausgaben und ab und zu mal eine Pause einlegen. Am besten ist es, wenn Sie auf die Signale Ihres Körpers hören und sich so verhalten, dass Sie sich dabei wohl fühlen.

Schwangere:
Im Körper der Schwangeren gehen in kurzer Zeit große Veränderungen vor, die ihn stark belasten. Eine Fernreise in dieser Zeit stellt eine zusätzliche Belastung vor und Sie sollten sich genau überlegen, ob Sie dieses Risiko eingehen wollen. Ärzte empfehlen zum Beispiel, ab der 35. Woche der Schwangerschaft bis eine Woche nach der Geburt keine Flugreisen zu unternehmen, weil besonders bei Langstreckenflügen erhöhtes Risiko für eine Thrombose besteht. Zudem sind bei einer Flugreise Mutter und ungeborenes Kind aus physikalischen Gründen einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt, die sich schädlich auswirken kann. Um den Fötus optimale Bedingungen für die Entwicklung zu geben, senkt der Körper der Mutter die Kerntemperatur um etwa 1°C. In einem heißen Klima wird der Organismus der Schwangeren stärker belastet, um diese niedrige Temperatur aufrechtzuerhalten. Reisen in alle Gebiete, in denen Schutzimpfungen nötig sind, sollten vermieden werden, weil die Impfung nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind beeinflusst. Das gilt im besonderen Maße für Medikamente zur Prophylaxe von Malaria. Schwangere sollten besser nicht in solche Gebiete reisen.

Chronisch Kranke:
Dazu gehören eine lange Liste von Erkrankungen, von denen Diabetes und Arteriosklerose nur 2 häufige sind. Als chronisch Kranker sollten Sie am besten rechtzeitig vor Reisebeginn Ihren Arzt um Rat fragen. Er wird Sie darüber informieren, welche besonderen Schutzmaßnahmen Sie treffen müssen. Denken Sie auf jeden Fall daran, ausreichend Vorrat an Medikamenten mitzunehmen, da Sie nicht sicher sein können, sie gegebenenfalls vor Ort in ausreichender Menge und/oder Qualität zu bekommen. Damit es bei der Einreise keine Probleme gibt, sollten Sie sich ein Rezept Ihres behandelnden Arztes ausstellen lassen. Lassen Sie sich auch einen Zettel mit den Wirkstoffen Ihrer Arznei geben. Falls Sie vor Ort neue Medikamente brauchen, ist das eine große Hilfe für den örtlichen Arzt oder Apotheker, weil die Handelsnamen der Produkte in anderen Ländern unterschiedlich sind. Vergessen Sie auch nicht, bei Ihrer Auslandskrankenversicherung zu fragen, ob sie für eventuell entstehende Kosten Ihrer chronischen Erkrankung einsteht. Manche Versicherungen schließen Vorerkrankungen von der Kostenerstattung aus. Ein Anruf kann viel Ärger ersparen. Eventuell empfiehlt es sich, die Versicherung zu wechseln.

Allgemeine Grundsätze

Reisende, die zu Risikogruppen gehören, müssen zwar besondere Vorsicht walten lassen, können aber unter Einhaltung bestimmter Maßnahmen ihren Urlaub ebenso wie jeder andere auch genießen. Unter Umständen kommen nicht alle gängigen Reiseziele in Betracht. Dann wäre ein Urlaub in Deutschland eine gute Alternative. Es gibt nur wenige Länder auf der Welt, die so viele verschiedene Möglichkeiten zur Erholung bieten wie die Heimat. Reisende, die zu Risikogruppen gehören, sollten nach Möglichkeit nicht allein fahren, sondern zuverlässige Begleitung mitnehmen, die mit ihren Konditionen vertraut ist und im Notfall Hilfe holen kann. Deswegen ist es auch wichtig, im ständigen Kontakt mit den Angehörigen zu Hause zu bleiben. WLAN gehört heute zum Standard in den meisten guten Hotels. Über das Internet ist es meist sogar aus dem Ausland kostenlos, den Lieben eine Email zu senden oder über ein soziales Netzwerk zu telefonieren. Auf jeden Fall ist es besser, überflüssige Anstrengungen zu vermeiden, sich nicht aufzuregen und zu schonen. Dann kann der Urlaub sogar dazu beitragen, den Körper zu stärken und sich richtig zu erholen.

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Siehe auch

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